18.03.07

Evergreen Havarie No.1


Intro


1.die räumlichkeiten
die bar
das office
der shop
der sanitärbereich
die bühne
das studio
der club
das private

2. zeitplan

perfomance nr. 1
EVER GREEN
havarie no.1
heute geht es darum ein baum, eine stadt, ein bauer, ein heiliger, ein kaninchen, ein löwe, blut, schnee und nebel zu sein. es geht darum, fallübungen zu machen, im schwerelosen raum das gleichgewicht zu behalten, dabei zu telefonieren und walkman zu hören, die augen offen zu halten, entspannt zu lachen und das mikrofon nah genug an den mund zu halten, deutlich zu sprechen, befreundet zu sein, darauf zu achten, daß man gut aussieht und nicht krank wird und guckt welche kamera gerade aufnimmt.

perfomance nr. 2
EVER DECENT
havarie no.2

das profilergenie dient als eine gestalt aus einer parallelwelt, die dinge auf eine alternative art und weise sieht.
der profiler ist mit geradezu übersinnlicher intuition ausgestattet. seine methoden erinnern an zirkustricks. in fieberartigen flashes eröffnet sich ihm der genaue ablauf des schöpfungs/gewaltakts.

perfomance nr. 3
EVER LEVEL
havarie no.3

im club
moderne orte bestehen aus allzweckräumen. ihr nutzeffekt ist in die wände eingebaut. diese indifferenten, anonymen räume für alle zwecke lassen weder einen unterschied zwischen arbeit und freizeit, luxus und not, noch zwischen privat und öffentlich erkennen.
deshalb ist die not freilich nicht geringer geworden.
perfomance nr. 4

EVER DELIGHT
havarie no.4

auf einer vergnüglichen reise in einem container um die welt .
die idee, stückgutladung als massengutladung zu behandeln, anders ausgedrückt, die homogenisierung von heterogenen gütern, der transport in standardisierten, einfach zu handhabenden behältern, die sich gleichermaßen für den land-, binnenschiff und hochseetransport eignen, schuf die grundlage für die moderne (globalisierte) transportlogistik.
hamburg
new york
helsinki
mexico
helgoland
djakarta
berlin
bordeaux
wien
tokio
hamburg

perfomance nr. 5
EVER GLORY
living in a box

Rewind

EVER GREEN
(failed video no.1)
samstag vormittag.
ein popstar nähert sich einem plattenladen.
im schaufenster wird seine neue platte mit seinem konterfei beworben.
er betrachtet sich selbst kurz durch die scheibe, geht dann ein paar schritte zurück und wirft mit vollem körpereinsatz und seiner ganzen kraft einen pflasterstein in das schaufenster.
im moment des aufpralls zerplatzt der stein.
schlagsahne fliegt durch die luft und grüner wackelpudding rutscht zäh an der scheibe herunter.
der popstar schmiegt sich an die scheibe, verschmiert mit tänzerischen bewegungen die tortenreste, leckt auch.
I AM SO FAKE I AM THE UNFAKE
ich sitze also auf einer bühne. es gibt eben bühnen, leute oben auf der bühne, welche dahinter und welche davor.
eminem steht in der mitte der bühne.
er hält beide arme hoch. die menge tobt. auf der bühne befindet sich auch ein flügel. dahinter erhebt sich jetzt ein älterer, dicklicher mann in einem rosa anzug mit großen gelben punkten, topffrisur und riesiger sonnenbrille. der anzug ist wirklich psychedelisch.
eminem und elton john bewegen sich aufeinander zu, sie umarmen sich innig, dann recken sie beide die ineinander verschlungenen hände in die höhe. die menge tobt.
sie sagt: eben, und wie kann ich weitermachen, ohne aufzuhören?
er sagt: du hast drei tage zum überlegen zeit.
moment mal, daß mit dem schaufenster kommt mir bekannt vor. auf der bühne warst du doch mal dieser gealterte pop-superstar, dessen stern im sinken begriffen ist. ihr habt dann eine lebensgefährliche operation vor publikum simuliert, ein poptumor sollte dir eingepflanzt werden, du solltest durch die operation eine individuelle geschichte, tiefe, authentizität, streetcredibility bekommen. dein schicksal sollte die fans rühren und dazu bringen, wieder mehr platten von dir zu kaufen.
hm, ja, die operation ist dann gescheitert und ich musste deswegen bei einem unterhaltsamen show-projekt für gefallene stars teilnehmen. ich war eben vertraglich gebunden und musste in einkaufs-und jugendzentren auftreten. dieses eurodanceprojekt lief ganz gut, bis ich einen nervenzusammenbruch bekam.
ich war wirklich nicht dafür geeignet, ein professioneller musiker zu sein. ganz am anfang hat mir das einen unheimlichen kick gegeben. ich hatte genau das, was ich wollte. manchmal stand ich morgens auf und fühlte mich wie der könig der welt. ich hatte mich in mein leben hineingedacht. ich glaubte eigentlich, ein rockstar zu sein, hahaha. ich glaubte, ich wäre mein ganzes leben lang ein rockstar gewesen, hahahah.
aber das nutzte sich ziemlich schnell ab. auch gehe ich nicht gerne auf tournee. und ich verstehe nicht, was zwischen einem, der auf der bühne steht, und dem publikum vor sich geht, speziell, wenn ich es bin, der auf der bühne steht.
konzerte habe ich nie gerne besucht. ich verstehe nicht, warum das publikum konzerte besucht. das verstehe ich wirklich nicht. ich stehe nicht so auf dieses gemeinschaftsding, von dem die leute so schwärmen. das habe ich mal bei einem fußballspiel gespürt, aber bei rock'n roll gigs spüre ich das nicht. ich mochte es einfach nicht, eins zu sein mit den ganzen leuten, da war ich sehr misstrauisch. diesen ganzen apparat habe ich eigentlich nur verachtet, weil es so eindeutig klar war, wie hohl die ganze scheiße war.
ich habe dann nur noch walkman gehört, bin nachts rumgezogen und habe tonwellen auf wände gesprüht, ich fand damals diese ganzen theorien von dem bourroughs becker ganz toll. er hat mir ne ganze menge neuer tunnel gezeigt, durch die ich fallen konnte. ich hab mir das tierisch reingezogen, habe sogar einen deutschen wissenschaftler gefunden, der mit mir so eine verrrückte maschine gebaut hat, wir haben die ganze zeit ernsthaft geforscht und experimente an uns selbst durchgeführt, bis ich dann ...naja. in südfrankreich meinte dann jedenfalls so ein arzt zu mir: man muß die regeln kennen, um sie brechen zu können. es kommt immer auf den rahmen an, in dem etwas stattfindet: das richtige muß im passenden rahmen ausgeführt werden. für ein bißchen einsatz können sie ihr leben weiterleben wie bisher, nur unter anderen vorzeichen. heute sind sie ein wahnsinniges kid, das wände vollschmiert. in kürze können sie der angesagteste heiße scheiß von hamburg bis bombay sein. heute komponieren sie arhythmische musik, um diesen virus, den sie sich anscheinend in den 80ern eingefangen haben, zu übertönen, morgen können sie dasselbe in hippen clubs machen und der beste, innovativste komponist seit stockhausen werden. verstehen sie, wir können den virus nicht entfernen, aber wir können ihn nutzbar machen und das tut ihnen nicht weh und sonst auch niemandem. im grunde machen sie doch schon alles richtig, sie benutzen nur aus irgendwelchen gründen die falschen geräte.
es geht um sichtbarkeit, denn unsichtbarkeit bedeutet den tod.
Wir laufen im kreis umher, wir kriechen in tunnel und stehen auf designerparties. es gibt hier nichts für uns zu essen. die leute in beigen hemden und hellbraunen hosen haben schon alles aufgegessen. in den mund gestopft, gleich nachdem das buffet eröffnet wurde, die münder kauen noch. dann gehen sie aufs klo und rülpsen, ziehen bei der gelegenheit nochmal die helllila lippen nach und zupfen sich ein haar von den zähnen. dann gehen sie wieder raus, wo sie von ihren chefs ausgelacht werden. seht mal, die prolls! habt ihr euch wieder vollgestopft, könnt ihr euch nicht mal so dezent verhalten wie wir. mensch, das macht man doch diskret, so ganz im vertrauen. ich habe heute morgen einen fahrradfahrer umgefahren, kleine schramme im lack von meinem dienstwagen, hat aus dem mund geblutet, aber mit hundert euro war der auch zufrieden. naja war linksabbieger. ist ja hier nicht so wie in panama, die verhältnisse. da sammeln sie alles moos weg für ihre krippen zu weihnachten, steht unter naturschutz, die christen dürfen nicht weiter sammeln, das wird verboten durch reden ausgebildeter biologen. nur wir in uniform dürfen sammeln. natur, daß ich nicht lache. die gibts doch gar nicht mehr, kann ich theoretisch belegen, habe ja auch studiert, da spiele ich doch auch lieber golf auf dem kunstrasen. das andere das stinkt doch zum himmel. so wie unser neuster kreativer hier. zwei wochen nicht gewaschen, zwei wochen nicht geschlafen, wie? hier trink doch auch mal einen schluck champagner, dann gehts dir gleich besser. ich weiß nicht, wo dein ganzer hass herkommt.
einziger hoffnungsträger der katzenmann. jeden morgen sitzt er vor meinem haus und wispert mir ausgehtipps zu. nachmittags treffe ich ihn in der city nord, im schrebergarten vorm flüchtlingsheim. im halbdunkel vor einer hecke steht er, ein dosenbier in der hand. er raunt mir leise etwas zu, mit kehlkopfkrächzen, es hört sich an wie 'mach fehler, mach fehler' oder 'mehr fehler, mehr fehler' oder vielleicht auch 'mach fehler, mehr fehler'. ich schenke ihm keine beachtung, er trägt ein nietenarmband, er ist ein denkmal aus einer vergangenen zeit.
nur wenig später vermisse ich ihn, wie ich dich, mickymausfrau, vermisse.
von kopf bis fuß in palästinensertücher eingewickelt tanzt du völlig allein, völlig unbeirrt, unantastbar mitten auf der tanzfläche. du machst dir damit gerade einige feinde. eine punkband beginnt zu spielen. du rufst, daß gleich der teufel singt. der dreibeinige hund wohnt in disneyland, hast du einmal zu mir gesagt.
und ich vermisse dich, wie ich die königin vermisse. leuchtendes stylewunder in neongrün. die haare so hell, daß sie fast bläulich scheinen. und immer perfekte details- stirnbänder, schweißbänder, uhr- alles neon.
tatsächlich, königin, sehe ich dich noch, doch hast du dich zur steuerfachgehilfin degradiert- kein bißchen neon mehr trägst du am leib. nur bundfaltenhosen zu hellblauen busen.
katzenmann, mickymausfrau, königin, ich vermisse euch, wo seid ihr bloß hin? könnt ihr nicht dableiben! wartet doch! ich will euch folgen, wie alice dem weißen kaninchen.
ich sitze also auf der bühne. es gibt bühnen, leute oben auf der bühne, welche dahinter und welche davor. die bühnen sind keine bühnen mehr, sondern galerien, clubs, ausbildungszentren und hochsicherheitstrakte.
auf der bühne darf man die kompetenz nicht abgeben.
sie sagt:
kompetenz hat man oder aber nicht.
jetzt kann ich nichts mehr sagen, nach diesem satz.
ich wollte eigentlich fragen:
und wenn mich nur ein sekundenlanger zustand von unsicherheit um die frage kompetenz oder nicht-kompetenz interessiert? oder wie ich lerne, den moment wahrzunehmen, indem ich die kompetenz verliere?
wenn mich überhaupt nur diese kurzfristige unsicherheit motiviert. wenn ich diesen moment wahrnehmen würde, könnte ich dann etwas damit tun?
ja, was könnte ich alles tun.
im moment des aufpralls zerplatzt der stein.
die scheibe zerspringt.
richtige fehler im richtigen moment.
'mach mehr fehler und schneller' wird in den 90er jahren managern nahegelegt. immer den abgrund vor augen haben. das worst case scenario. die havarie. dann kannst du schneller reagieren, die firma retten, die krise bewältigen, dich angemessen verhalten. fehler machen, lernen, korrigieren= lebensfähig. risikobereitschaft.
risiko geht einher mit innovation.
richtige fehler im richtigen moment.
er sagt: ich konnte da nicht glatt durchmarschieren, in den gewinnerposen der talkshows. ich hatte ja immer mich selber dabei. auch meine traurigkeit. ich bin ja im grunde ein wandelnder fehler.
auf der neuen cd verarbeitet er auch adornos kalenderweisheit, daß es kein richtiges leben im falschen gebe.
was wäre denn ein richtiges leben?
du hast drei tage zum überlegen zeit.
er sagt: ein leben, daß ihn so nimmt wie er ist.
immerhin scheint es im falschen leben noch richtige antworten zu geben.
schreibt die zeitung.
warum fragst du mich nicht was interessantes.
was?
wieviel geld machst du damit?
nein.
wie kann ich weitermachen, ohne aufzuhören?
wie kann ich weitermachen, um aufzuhören.
die kraft kommt eben doch noch immer aus dem widerspruch.
schreibt die zeitung.
dem streit aus dem wege gehn heißt auf finnisch riitely vaeistaeessaeaen. nein, ungenau, heißt eher: streitend beim sich aus dem wege gehen.
das ist aufgrund der gleichzeitigkeit der handlungen eine unmöglichkeit.
dann vielleicht eher: riitely vaeistaeessaeaen. versuch der vermeidung von schwierigkeiten. versuch auszuweichen.
aber das ausweichen ist unmöglich. die vermeidung von schwierigkeiten ist unmöglich.
daß man den versuch doch unternimmt, ist weniger widerstand als notwendigkeit. und notwendigkeit eben nicht im sinn von genauigkeit, weil man sich z.b. dafür entschieden hat, sondern im sinne von unvermeidlichkeit und zwang.
vermeidung von schwierigkeiten ist nämlich eigentlich risikoverminderung durch unterlassung. und dafür entscheidet man sich nicht, dazu wird man gezwungen.
immer soll man in andere schwierigkeiten geraten, als die, mit denen man sich eigentlich gern beschäftigen würde. man möchte ja nicht unterlassen, man möchte handeln. das ist ein wunsch, ein begehren, vielleicht auch notwendigkeit. jedoch kann man nicht handeln, man kann dauernd immer nur noch sachen unterlassen.
ein beispiel:
schließlich war ich böse und begann grobheiten zu sagen. das begann damit, daß ich mich plötzlich, ohne jede veranlassung, ohne daß man mich gefragt hatte, und mit lauter stimme in die unterhaltung anderer einmischte. 'wenn man sich selbst achtet, fängt man unbedingt streit an, und dann muss man sich manche kopfnuss gefallen lassen`.
solche schwierigkeiten kann man sich kaum noch vorstellen- und doch ist man dauernd in schwierigkeiten.
sie sagt: aha, du meinst, die wirklichen schwierigkeiten, nämlich die interessanten, kann man meist einfach nicht mehr wahrnehmen.
man verzettelt sich.
dann muss man die schwierigkeiten eben simulieren.
I AM SO FAKE I AM THE UNFAKE
ich sitze also auf einer bühne. es gibt eben bühnen, leute oben auf der bühne, welche dahinter und welche davor.
sie liest: verdammt, was gehen mich aber die gesetze der natur und der arithmetik an, wenn mir aus irgendeinem grunde diese gesetze und das zweimal-zwei-ist-vier nicht gefallen? versteht sich, ich werde eine mauer nicht mit dem kopf einrennen, wenn ich tatsächlich nicht die kraft dazu habe, aber ich werde mich mit ihr doch nicht aussöhnen, bloß weil es eine mauer ist und meine kraft nicht ausreicht.
sie liest: sich mit keiner dieser unmöglichkeiten und mauern aussöhnen, wenn es einem vor dem aussöhnen ekelt; auf dem wege der unumgänglichsten logischen kombination zu den allerwiderlichsten schlüssen kommen- über das ewige thema, daß man sogar an der steinmauer irgendwie selbst schuld ist, obgleich es wiederum bis zur durchsichtigkeit augenscheinlich bleibt, daß man durchaus nicht schuld ist- und infolgedessen schweigend und machtlos zähneknirschend, wollüstig in der trägheit ersterben.
ich sage: quatsch nich.
fernsehen, pissen, betrügen sind keine bloßen tätigkeiten, alles ist restlos in den netzen des kapitalismus kodifiziert, alles ist arbeit.
vor allem das walkmanhören. riitely vaeistaeessaeaen: einen schlenker machen beim überholen, um zu überleben und währenddessen schon über das wissen verfügen, daß man stirbt. wieso denn das?
sie sagt: das weiß man aus der lebenserfahrung heraus.
aha, das meinst du:
freiwillig wird man zum also halbtoten.
ein popstar nähert sich einem plattenladen.
im schaufenster wird seine neue platte mit seinem konterfei beworben.
er betrachtet sich selbst kurz durch die scheibe, geht dann ein paar schritte zurück und wirft mit vollem körpereinsatz und seiner ganzen kraft einen pflasterstein in das schaufenster.
im moment des aufpralls zerplatzt der stein.
schlagsahne fliegt durch die luft und grüner wackelpudding rutscht zäh an der scheibe herunter.
der popstar schmiegt sich an die scheibe, verschmiert mit tänzerischen bewegungen die tortenreste, leckt auch.
spaß hat es nicht gemacht.
ja, nu.
warum fragst du nicht:
wieso nicht?
soll ich dir jetzt noch auf die schulter klopfen wegen deinem märtyrerfilm.
das werfen hat schon spaß gemacht, aber das vorher nicht, der streit, soll man vorher bescheid geben, dem laden, daß man da was gegenwirft, fühlen die sich angegriffen oder ist es einfach gute werbung und man ist doch drauf angewiesen und am ende filmt man, wie man das gleich wieder wegputzt.
sie sagt: ich trainiere jetzt diese rollen. neulich ist mir das gut gelungen.
ich war ganz professionell eine künstlerin.
sie sagt: das sind doch die wichtigsten situationen im leben, dass man kommt dabei geradeheraus.
ich gewöhnte mich aber ziemlich schnell an das gefühl, mich folgerichtig also zu ducken. nicht beugen, ducken.
na und. du gehst mir auf den geist, du jammerst und immer willst du alles richtig machen.
warum immer an sich selbst durchdeklinieren, wo die macht durchläuft.
naja, im bewerbungstext steht:
heute machen wir musik am computer, als wären wir ein mehrstimmiger kinder-oder shantychor als background in einem video von eminem, in welchem er mit kurt cobain händchen hält.
ziemlich getrieben durchqueren wir dabei verschiedene räume. doch ist man ist nicht nur von macht gehetzt, man kann auch von ihr sprechen. unter umständen lege ich mich dabei auf den rücken und strampele mit den beinen, das sieht auf der bühne gut aus und nach action, weil man auch meinen schlüpfer sieht, vielleicht. am schlüpfer dran war mal mein gehirn.
das kann ich. itty.
zusammen mit dr. Legasto bilde ich die AtomicTitCorporation. der dr. hat ordentlich groove in armen und beinen und operierte auch schon vor 10 jahren gern.
mit abzessen.
seine präzision kommt ihm heute zugute, fingerspitzengefühl ist angesagt und er braucht eine schutzbrille. mir macht es ein gutes gefühl, daß er nur mal seine faust auf denn plattenspieler schmettern müsste und eine ganze welt läge in scherben. unser geilstes ding ist ein drahtseilakt.
aber ganz schön geil findest du dich auch.
klar.
ich sitze schließlich auf einer bühne. es gibt eben bühnen, leute oben auf der bühne, welche dahinter und welche davor.
ich habe mir also einen container gebaut.
auf dem container steht:
EVER GREEN
der container steht nebenan.
es ist einer von vier containern.
Havarie no.1.
das video:
ein popstar nähert sich einem plattenladen.
im schaufenster wird seine neue platte mit seinem konterfei beworben.
er betrachtet sich selbst kurz durch die scheibe, geht dann ein paar schritte zurück und wirft mit vollem körpereinsatz und seiner ganzen kraft einen pflasterstein in das schaufenster.
weißt du, was dann passiert.
who wants to die for art?!
yes, me.
ok, du bist raus.
im moment des aufpralls zerplatzt der stein.
22.000 linke pinkfarbene nike schuhen fallen raus.
der popstar bückt sich, zieht einen der turnschuhe an und humpelt weg.
klappe zu.
zugabe
eine lesung. es ging um rahmen, um bedingungen und um das ignorieren der bedingungen. wie man freiwillig zum halbtoten wird. ich beschloss, die lesung I NEED YOUR HEAD- this ain't no rock'n roll show zu nennen, nach einem song von hasil adkins. ich fand das passend, denn in dem song geht es darum, daß es keine rock'n roll show ist, wenn man den kopf gebraucht, um ihn bei sich an die wand zu hängen. so ungefähr verstand ich den text, beschloss aber, ihn nochmal nachzulesen, im internet.
auf einer webseite sieht man zwillingsschwestern auf einem sofa sitzen. an der wand über dem sofa hängt ein portrait von elvis. die schwestern sind im rock'n roll stil der 50er gekleidet. sie sagen 'wir sind die töchter von elvis'. elvis schlief mit ihrer mutter, als er auf durchreise war nach michigan oder tenessee, zurück in seine heimat jedenfalls. sie sind große elvis fans, denn sie haben rock im blut.
die hasil adkins seite im netz jedoch ist völlig schwarz. kein bild zu sehen, nur 'R.I.P. hasil' steht da. mein gott, ist hasil denn tot!? ich bin davon ausgegangen, daß er noch lebt. ja, da steht es, oh nein!!! das kann nicht sein. ungläubig vergleiche ich das datum. doch es gibt keinen zweifel. es ist heute, jesus christus, genau heute. vor acht stunden. siedendheiß durchfährt es mich: ich habe die zeitverschiebung nicht bedacht!
nicht länger als eine viertel stunde kann es her sein, da wurde hasil, whiskey in der hand, auf dem rücken die geliebte gitarre, in memphis tenessee von einem 40tonner überrollt. morphic resonance, telepathie, phantom limbs.
ich bin überzeugt, daß ich nicht hasil adkins tochter bin, aber was soll das dann. die toten sollen mich verdammt in ruhe lassen. das phänomen muß ausgetrieben werden. tod den toten! weg mit dir, hasil- zombie, meinen kopf kriegst du nicht!
ich nehme die platte, drehe sie auf den kopf und nagle sie mit drei dicken nägeln an die wand, über ein bild von sonic youth, 'satan is boring' steht darauf. we get the lies you get the fire. you'll never burn. you get my lies i get the fire.
society is a hole it makes me lie to my friends.
elton john hat kürzlich mit dem toten tupac ein lied eingesungen. es heißt ghetto gospel und ist ein großer hit.
die menge tobt.

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